"Gegen jede Krankheit
ist ein Kraut gewachsen". Wer kennt nicht diesen Spruch. Die Pflanzenheilkunde
ist die älteste alternative Methode. Die Ursprünge dürften sich nicht
ermitteln lassen. In jedem Kulturkreis finden sich die Erfahrungen in
der Medizin wieder. Wobei auch hier nicht die Nebenwirkungen vernachlässigt
werden sollen. Pflanzen beinhalten immer ein breites Inhaltsspektrum
an Wirkstoffen, die unterschiedlich wirken und somit eine nebenwirkungsärmere
Eigenschaft haben als Reinsubstanzen. Was erstaunt, ist die selbst in
der heutigen Zeit noch nicht bei einigen Heilkräutern entschlüsselte
Einzelwirkung der Inhaltstoffe. Die Heilkräuter müssen unbedingt
in ihrem geschichtlichen Aspekt gesehen werden, besonders durch Übertragungsfehler
sind im Laufe der Zeit auch Fehler bei der Wirkungsweise einzelner Kräuter
in den alten Schriften übertragen worden. Eine unüberprüfte
Übernahme der alten Rezepte sollte nicht ohne weiteres erfolgen.
Weiterhin sollen auch neuere Erkenntnisse der Medizin bei der Auswahl
der Kräuter berücksichtigt werden.
Sie bildet die Basis
für viele weiteren Behandlungsformen und sind auch Vorlagen für synthetische
Dermatika (Dithranol, 8-Methoxypsoralen, Fumarsäure u.s.w.).
Eine kritische Entwicklung sehe ich aber, den Weg über diese Reinstoffe
zurück, die Heilkräuter auszusuchen. Die Heilkräuter steigen zu Phytopharmaka
auf, wenn für sie eine positive Monographie erstellt ist und in Deutschland
durch die Kommission E bestätigt worden sind und dann im DAB oder auch
durch Prüfung im HAB Erwähnung finden. Die Empfehlungen, welche Mittel
aufgenommen werden, hängt von vielen Prüfungen und Studien ab.
Dennoch finde ich
es unerträglich, das große Firmen das Erfahrungswissen einiger
Völker schamlos ausnutzen und Produkte patentieren, die auf der
Grundlage dieser erst in die nähere Untersuchungsphase eingegangen
sind. Natürlich erlauben heutige Untersuchungsmethoden Inhaltsstoffe
besser zu analysieren und Wirkungsmechanismen besser zu verstehen, nicht
nur die des Menschen.