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Die klare und knappe
Form der Benennung der Pflanzen mittels einer Nomenklatur ist gerade erst
200 Jahre alt. Deshalb ist die Einordnung von bestimmten Pflanzen aus
alten Schriften etwas problematisch und die neueren Forschungen mittels
der Gentechnik liefern auch präzisere Ergebnisse. Nach der Stagnation
im Mittelalter begann die Botanik sich schnell weiter zu entwickeln. Die
ersten Schritte waren die Übersetzungen der Schriften von Plinius,
Theophrast und Dioscorides und führten unter Einbeziehung der Medizin
zu den Kräuterbüchern von Brunfels, Bock, Fuchs , Mathioli u.a..
Hier wurden nur Pflanzen mit einem Wert für die Menschen beschrieben.
Die drei Väter
der deutschen Botanik legten den Grundstein der Beliebtheit von Kräutern
in der Wissenschaft wie im Volke selbst. Otto Brunfels (1489-1534)
legte 1532 das "Contrafayt Kreuterbuches", Hieronymus Bock
(1498-1554) legte sein "New Kraeuterbuch" 1539 und Leonhart
Fuchs (1501-1566) das Buch "New Kreüterbuch"
1543 in deutscher Sprache vor und schufen die Grundlagen für weitere.
Wobei schon Leonhart Fuchs für die Mediziner 1542 die lateinische
Fassung "De historia stirpium commentarii" und für den
Laien eben sein "New Kreüterbuch" vorlegte.
Erst nach dem 15. Jahrhundert
wurden weitere aufgenommen. Der schwedische Botaniker Carl von Linnès
(1707-1778) stellte 1753 mit dem Werk "Species plantarum"
mit über 7.000 Pflanzen und der Neufirmierung der Gattungen die Weichen
für die heutige Botanik.
Mit der Entdeckung und
Erforschung der Wirkstoffklassen und die weitere Findung von Inhaltsstoffen
der Heilpflanzen begann eine neue Richtung in der Medizin, die Herstellung
dieser zu synthetischen Wirkstoffen. Das Morphin
war einer der ersten Stoffe, die durch Friedrich Sertümer
1803 aus der Pflanze Schlafmohn (Papaver somniferum) isoliert
und über die Extraktion zu den weißen Kristallen führte.
Willian Withering
war einer der ersten, der den Geheimnissen der Pflanzen auf den Grund
ging. Er erkannte aus einem Volksrezept heraus, das der gemeine Fingerhut
(Digitalis purpurea) der wichtigste Bestandteil war. Ab 1755 beschäftigte
er sich mit der Droge und stellte fest, das die beste Wirkung nahe an
der toxischen Grenze lag. Mit der Analyse der Wirkstoffe wurden das Herzglykoside
Digitoxion gefunden und durch lange Beobachtungen stellte er 1785 mit
seiner Schrift "Beschreibung des Fingerhutes und einige seiner medizinischen
Anwendungen" die optimale Dosis fest. Obwohl heute auf Grund der
ungenügenden Reproduzierbarkeit bei der Herstellung der Zubereitungen
das Phytopharmaka in seiner Anwendung weitgehend obsolet ist.
Extrahierte Drogen entwickelten
Wirkungen auf den Körper, die die Pflanze selbst nicht erreicht.
Dies führt in den Apotheken manchmal zu der Problematik, das diese
Drogen einerseits rezeptpflichtig sind und auch nicht. Dies ist für
den Verbraucher kaum nachvollziehbar.
Für heutige Mediziner
sind synthetische Stoffe wesentlich einfacher zu handhaben, wegen der
Möglichkeit der exakten Dosierung. Deshalb geht die heutige Forschung
in Richtung der Findung des Wirkstoffes und deren synthetischen Herstellung.
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