Die Verwendung von
Erden, egal ob zu Rituellen oder Heilzwecken liegt schon sehr lange
zurück. Mit der Herausbildung der Bestattung beim Homo sapiens
neanderthalensis wurde der Kopf speziell behandelt und rote Erden
beim Bestattungsritus verwendet. Das die Vorzeitlichen Menschen mit
Mineralien umgehen konnten, zeigen die wunderschönen Wandmalereien
in Frankreich und Spanien, wo die Farben aus Mangan-, Eisen- und anderen
metallischen Oxiden bestanden. Dennoch
kann eindeutig nachgewiesen werden, dass die Kenntnisse von Chemie und
Mineralogie nicht ausreichend waren und dies weit in die neuere Zeit
hinein. Selbst die wichtigsten Denker der Antike gingen noch davon aus
das Edelsteine wie die Bäumen auf der Erde wachsen. Der berühmte
Chemiker Antoine Laurent Lavoisier (1743-1794) schrieb:
" Zu allen Zeiten verbanden die Menschen die Idee der Vollkommenheit
mit all dem, was für selten und wertvoll gehalten wurde, und sie
haben sich eingeredet, dass alles, was viel kostet, was außerhalb
ihrer Möglichkeiten liegt, was schwer zu beschaffen ist, seltene
Eigenschaften in sich vereinen müssen ....Die Edelsteine sind dieses
Enthusiasmus ebenfalls teilhaftig geworden.... Die einen Mediziner empfahlen,
sie bei bestimmten Krankheiten einzunehmen, und führten sie in
ihren Rezepturformeln an; andere bildeten sich ein, dass es genüge,
sie in Ringen, Amuletten usw. zu tragen, und erwarteten von ihnen eine
außerordentliche Wirkung für den lebenden Organismus. Viele
Physiker, die ihrer Zeit weit voraus waren, haben diese Vorurteile dennoch
in höherem oder geringerem Maße geteilt." Im Mittelalter
sprach man in der Steinkunde von der Existenz zweier Grundprinzipien
dem Guten (heißt Gottes) und des Bösen (der Teufel) und die
Astrologie gab ihren Rest noch dazu.
Auch Fossilien werden
gerne als heilbringende Versteinerungen gehandelt. Obwohl ihr Ursprung
in der Vergangenheit falsch beschrieben worden ist. Aristoteles
(384-322 v.u.Z.) ging davon aus, das sie sich durch die "bildende
Kraft" der Natur aus Schlamm und Erden gebildet haben. So ist es
nicht verwunderlich, das einige Fossilien mit abergläubigen Vorstellungen
verbunden wurde. Nehmen wir mal die "Donnerkeile", die Versteinerungen
der tintenfischähnliche Kopffüßer Belemniten, so soll
nach dem römischen Schriftsteller Plinius diese durch das
Schmelzen von Sand nach einem Blitzschlag entstanden sein. Kein Wunder
das diese mit magischen Kräften versehen so gegen manch Krankheit
helfen soll. Das Amulett soll vor Blitzschlag schützen, das Pulver
gegen Krämpfe und Gelbsucht. Besonders bis in den 18.Jahrhundert
wurden diese gehandelt und da gibt es noch weitere Beispiele, versteinerte
Seeigel zum Beispiel, sie sollten als Pulver gegen jeglichen Schmerz
und zur Reinigung der Eingeweide helfen. Ein vollständiges Exemplar
im Knauf eines Degen soll magische Kräfte auf den Besitzer übertragen.
Damit sind die Beispiele jedoch noch nicht erschöpft, aber zwo
möchte ich noch gerne nennen. Fossile Haifischzähne wurden
zu versteinerte Schlangenzungen. In Gold und Silber gefasst, sollten
die Amulette vor Schlangenbissen schützen, deshalb sind sie zu
den meisten in edle Metalle gerahmten Versteinerungen. Als in den Ablagerungen
der Eiszeit große Knochen gefunden worden sind nahm man an, diese
stammen von vorweltlichen Riesen. Als im Kanton Luzern in der Schweiz
die ersten Mammutknochen gefunden worden, nahmen die Geistlichen an,
dass diese vom heiligen Christopherus stammen und stellten diese als
Reliquien aus.
Allerdings gibt es
schon seit alters her einige Minerale, die als Heilpräparate angewandt
werden, Natron, Alaunsteine und weitere Salze.