|
Einige
Vorbemerkungen muss ich an dieser Stelle mache. Für die Schuppenflechte
selbst gibt es keine alten Rezepte, teilweise sind einige der Rezepte
von Hildegard von Bingen oder Maria Treben unkritisch übertragen
worden. Dennoch gibt es unterschiedliche Rezepte von Tee`s, die aus neuerer
Zeit stammen. Wenn man ein Rezept bekommt, dann soll man es ruhig mal
kritisch hinterfragen.
Nehme mal
ein Rezept des Tiroler Arztes Leonhard Hochegg für die Behandlung
der Schuppenflechte.
25 g Bingelkraut (Mercurialis
annua)
15 g Ringelblumenblüten
(Calendula officinalis)
5 g Schöllkraut (Chelidonium
majus)
25 g Brennnessel ( ????
)
15 g Kerbel (Anthriscus
cerefolium)
15 g Gmelina philippinessis
Folgt man den Empfehlungen
der alten Zusammenstellungsregel, ist dieser Tee mit sechs Kräuterbestandteilen
schon fast überdimensioniert. Dennoch gibt es einige Fragen und Probleme.
Dies betreffen gerade den Bestanteilen der ausleitenden Elemente. Schöllkraut
wird aus heutiger Sicht wegen seiner toxilogischen Bestandteile nicht
mehr empfohlen und sollte durch Löwenzahn (Taraxacum
officinale) ersetzt werden. Bei der Angabe Brennnessel stellt sich die
Frage, na welche. Ich empfehle die Große Brennnessel (Urtica dioica).
Nimmt man die Wurzeln von Löwenzahn und Brennnessel zu gleichen
Teilen, dann hat man eine klassisches Grundrezept in der ausleitenden
Systematik. Zu dieser Gruppe gehört auch das Bingelkraut, was als Laxans
(Abführmittel) eingebunden ist. Wichtiger Grundsatz, pflanzliche Abführmittel
sollen nur im Notfall eingesetzt werden, vor allem ist für
viel Flüssigkeit zu sorgen.
Über die Ringelblumen
brauche ich nichts weiters auszuführen, nur auch hier ist auf Korbblütlerverträglichkeit
zu prüfen.
Für die letzten beiden
Bestandteile liegen Indikationen für Hautkrankheiten vor. Dabei ist der
Kerbel auch noch Harntreibendes Mittel und ein wichtiger Bestandteil
der Frühjahrskuren sowie eben auch für das chronische Ekzem.
Die Erfahrungen ob dieser
Tee überhaupt vertragen wird und ob er hilft, ist jedem selbst überlassen.
Man muss aber immer wissen, welche Bestandteile für welche Indikation
verantwortlich ist. Ein Tee mit einem Bestandteil ist immer vorzuziehen
aber auch Kombinationen wo angrenzende Organe mit berücksichtigt werden
(bei der Haut sind es die Schleimhäute, also der Darm zum Beispiel) und
eben die sogenannten "entschlackenden" Bestandteile sind denkbar.
|